Von weiten hört man sie schon, und bei näherem Betrachten wird man so manche Dampfwolke gen Himmel empor steigen sehen: Die Rede ist vom Rasenden Roland auf Rügen, der seinen Namen wahrlich unverdient trägt. Denn die seit 1895 auf Rügen verkehrende Dampfeisenbahn “rast” immerhin mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von rund 30 Km/h durch die Lande. Aber trotz diesen Hang zur namentlichen Übertreibung ist die kleine Schmalspureisenbahn auf ganz Rügen sehr beliebt und zählt allgemein hin als die Sehenswürdigkeit auf Schienen.
Dazu muss man sicherlich vor allem den traditionellen Aspekt betrachten, wobei auch der landschaftliche Faktor nicht zu kurz kommt. Denn was mutet schöner an als eine Fahrt im Rasenden Roland durch Felder, Wiesen und entzückenden Gemeinden, die man dann einmal aus einer anderen Perspektive betrachten kann? Daher sollte man auch als Nicht- Eisenbahnfreund diese Option vor Ort in Anspruch nehmen, zumal die Route der Dampfeisenbahn die beschaulichtsten Orte der Insel miteinander auf einer 24 Kilometer langen Strecke verbindet.
Zur Geschichte des Roland kann man sagen, dass dieser im Jahre 1895 Einzug auf Rügen erhielt und den bis dato regen Fährverkehr ergänzte. Fortan war es so auch den Menschen auf der Insel möglich sich ungezwungen und sich gewissermaßen motorisiert fort zu bewegen. Dieser Einzug der Technik ist in damaliger Zeit auf die Rügenschen Kleinbahn Aktiengesellschaft zurück zu führen, die über die Jahrhundertwende hinweg die Bahn leitete. Heute hingegen befindet sich die Bahn nicht mehr im Privatbesitz der damaligen Gründer, wenngleich nach zahlreichen Einschränkungen und Übernahmen der Rasende Roland gegenwärtig wieder seinen gewohnten Ablaufrhythmus erhalten hat. So fährt die Bahn heute alle auf der Linie liegenden Orte im stündlichen Takt an und bietet daher jeden Reisenden ein ganz besonderes Erlebnis.
Text von Claudia Schleicher
