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rügen

Sellin

Erstmals im Jahre 1295 urkundlich erwähnt, besitzt das Ostseebad und die nur 2410 Einwohner zählende Stadt Sellin eine durchaus lange Tradition. So war diese kleine aber sehr entzückende Stadt einst in der Hand des Fürsten zu Putbus und unterlag dessen Grundherrschaft. Von dieser damaligen Zeit zeugt auch heute noch teilweise das Stadtbild, wenngleich sich dieses im Lauf der Zeit natürlich etwas verändert hat. Beachtenswert ist allerdings, dass die meisten Sanierungsarbeiten in Sellin besonders liebevoll ausgeführt wurden, und man hier eine Altstadt vorfindet, die mit einen aparten historischen Charme aufwartet.

In zahlreichen kleinen Handwerkshäusern findet man hier das Bersteinmuseum, das Stadtmuseum sowie auch einige alte Werkstätten vor, die den Besucher eine willkommene Abwechslung bieten. Sehenswert ist auch die katholische Kirche Maria Meeresstern, die alljährlich bei der Marienprozession im Mittelpunkt der Inselbewohner steht. Als eine der ersten katholischen Kirchen auf Rügen wurde sie im 19. Jahrhundert erbaut und ergänzt sich mit der evangelischen Gnadenkirche, die auch sehr sehenswert ist.

Sellin ist über die Inselgrenzen hinaus vor allem auch als Badeort sehr beliebt, denn nicht nur das es eine wunderbare Option zum Badevergnügen jeglicher Art bietet. Vielmehr kann man nämlich in Sellin auch die alte Bäderarchitektur vergangener Zeiten betrachten, die besonders deutlich an der Seebrücke wird und die vielerorts längst in Vergessenheit geraten ist. Dabei ist die 394 Meter lange Seebrücke eine kleine Attraktion, die man sich nicht entgehen lassen sollte, zumal man von hier einen wunderbaren Panoramablick genießen darf. In luftiger Höhe von rund 30 Metern kann man dann auch einen Blick auf den bekannten Schwarzen See von Sellin erhaschen, der zeitgleich auch ein lohnenswertes Ausflugsziel ist.

Zum geschützten Reservat erklärt, beherbergt die Region um die Schwarzen See eine landschaftliche Kulisse, die von Unberührtheit und naturellen Charme geprägt ist. So findet man hier einen See mit rund 23 Hektar vor, der an der tiefsten Stelle 15 Meter misst. Das besondere an diesen See ist, dass er als überaus nährstoffarm eingestuft wird, aber dennoch die Heimat für so manches Lebewesen ist. Auch in den zahlreichen umgebenen Mooren findet man so manches Getier vor, dass hier einen idealen Lebensraum sein Eigen nennt und das sich mit den Bedingungen hier wunderbar arrangiert hat. Diese besondere Kulisse aus Hochmooren und der klassischen Schwingdeckenvegetation bietet zudem auch Platz für Gewächse wie Wollgräser, Fieberklee und Moosbeere. Für so manchen Botaniker ist daher ein Ausflug zum Schwarzen See ein absolutes Muss, denn nirgends sonst erlebt man die Natur auf solch uneingeschränkte aber auch gefährliche Weise. Daher sollte man sich hier unbedingt an die Auflagen halten.

Text von Claudia Schleicher