Angeln auf der Insel Rügen
Am frühen Morgen liegt die Ostsee ruhig vor dem Strand. Die ersten Angler bauen ihre Ruten auf. Weiter draußen zieht ein Kutter langsam über das Wasser. Auf Rügen beginnt ein Angeltag oft mit der Frage, welches Revier heute die besten Bedingungen bietet.
Die Insel hat zwei sehr unterschiedliche Angelgebiete. An der offenen Ostseeküste stehen vor allem Plattfische und Meerforellen im Mittelpunkt. In den Bodden und im Strelasund warten dagegen Hecht, Barsch und Zander auf den passenden Köder. Auch Hering und Hornhecht gehören je nach Saison zu den möglichen Zielfischen.
Wer vom Ufer aus angeln möchte, findet an der Schaabe und auf der Halbinsel Wittow gute Ausgangspunkte für Plattfisch. Für Raubfische sind die Bodden interessanter. Dort gibt es jedoch weniger frei zugängliche Uferstellen. Außerdem müssen die Grenzen von Schutzgebieten und Schonbezirken genau beachtet werden.
|
Revier
|
Mögliche Zielfische
|
Geeignete Angelart
|
|
Ostseestrände und Seebrücken
|
Flunder, Scholle und andere Plattfische
|
Brandungsangeln vom Strand oder Angeln von einem zugelassenen Steg
|
|
Offene Küste
|
Meerforelle und Hornhecht
|
Watangeln und Spinnangeln an geeigneten Küstenabschnitten
|
|
Bodden und Strelasund
|
Hecht, Barsch und Zander
|
Spinnangeln vom Ufer oder Angeln vom Boot
|
|
Küstengewässer zur passenden Saison
|
Hering
|
Angeln an Molen, Fahrrinnen und anderen zugelassenen Plätzen
|
Zwischen Sandstrand und Bodden
Die langen Ostseestrände Rügens eignen sich besonders für das Angeln auf Plattfisch. Flundern und Schollen halten sich häufig in Küstennähe auf. Je nach Wind, Wellengang und Wasserstand können die Fische direkt vor dem Strand oder in etwas größerer Entfernung stehen.
Die Schaabe zwischen Glowe und Juliusruh gehört zu den bekanntesten Bereichen für das Brandungsangeln. Der lange Sandstrand bietet mehrere Zugänge und ausreichend Platz. Wer früh kommt, kann den Angelplatz passend zu Windrichtung und Wellengang auswählen.
Auch die Nordwestküste Wittows bietet interessante Strandabschnitte. Bei Dranske, Kreptitz, Bakenberg und Nonnevitz gibt es Möglichkeiten für das Angeln auf Plattfisch. Die Bereiche liegen abseits einiger stärker besuchter Seebrücken und eignen sich deshalb für alle, die einen ruhigeren Küstenabschnitt bevorzugen.
An der offenen Küste kommen außerdem Meerforellen und Hornhechte vor. Meerforellen werden häufig beim Spinnangeln oder Watangeln gesucht. Hornhechte gehören vor allem in ihrer Saison zu den auffälligen Fischen an der Ostsee. Die Bedingungen können sich jedoch schnell verändern. Wind, Strömung und Wellengang beeinflussen, welcher Abschnitt an einem bestimmten Tag geeignet ist.
Die Bodden bieten ein anderes Angelerlebnis. Das Wasser ist vielerorts ruhiger als an der offenen Ostsee. Schilfkanten, Fahrrinnen und Übergänge zwischen flachen und tieferen Bereichen machen die Bodden zu interessanten Revieren für Raubfischangler.
Im Breeger und im Großen Jasmunder Bodden werden vor allem Hecht, Barsch und Zander als mögliche Zielfische genannt. Die Fische halten sich häufig an Strukturen auf, an denen sich Strömung, Wassertiefe und Pflanzenbereiche verändern. Vom Ufer aus ist die Auswahl an geeigneten Stellen allerdings begrenzter als an den langen Sandstränden. Ein Boot ermöglicht den Zugang zu weiteren Bereichen und unterschiedlichen Tiefen.
Bei Lietzow liegt ein interessanter Uferbereich am Großen Jasmunder Bodden. In der Nähe der Fahrrinne und der Schleuse können Barsch, Hecht und Zander im Revier vorkommen. Der konkrete Zugang sollte vor dem Angeln geprüft werden. Nicht jeder Uferabschnitt ist frei zugänglich oder für das Angeln freigegeben.
Auch die Wittower Fähre ist als Boddenrevier bekannt. Bei Vaschvitz und an der Wittower Fähre befindet sich eine tiefere Rinne. Solche Bereiche können für Raubfische interessant sein, weil dort unterschiedliche Wassertiefen und Strömungen zusammentreffen. Vor dem Auswerfen müssen die örtlichen Hinweisschilder beachtet werden.
Geeignete Angelstellen auf Rügen
Rügen bietet verschiedene Uferstellen für unterschiedliche Angelarten. Die folgende Übersicht dient als erste Orientierung. Sie ersetzt nicht die Prüfung der aktuellen Regeln und örtlichen Bedingungen.
|
Angelstelle
|
Lage
|
Wofür interessant
|
|
Schaabe
|
Sandstrand zwischen Glowe und Juliusruh mit Zugängen von den Parkplätzen an der L30
|
Brandungsangeln auf Flunder, Scholle und weitere Plattfische
|
|
Nonnevitz und Bakenberg
|
Strandabschnitte nordwestlich von Juliusruh auf Wittow
|
Ruhigeres Brandungsangeln auf Plattfisch
|
|
Kreptitzer Strand
|
Küstenabschnitt bei Dranske an der Westküste Wittows
|
Plattfischangeln abseits stärker besuchter Seebrücken
|
|
Nardevitz
|
Küstenbereich nördlich von Glowe
|
Alternative zur Schaabe mit möglichem Plattfischfang vom Ufer
|
|
Strand zwischen Mukran und Binz
|
Ostseeküste im Bereich der Prorer Wiek
|
Weitere Möglichkeit für das Angeln auf Plattfisch
|
|
Seebrücke Binz
|
Direkt an der Binzer Seebrücke
|
Angeln vom festen Steg mit zeitlichen Einschränkungen
|
|
Lietzow
|
Ufer am Großen Jasmunder Bodden
|
Barsch sowie Hecht und Zander im Revier
|
|
Wittower Fähre
|
Boddenufer bei Vaschvitz und an der Fährstelle
|
Raubfischangeln an einer tieferen Rinne
|
Für einen ersten Versuch auf Plattfisch bietet sich die Schaabe an. Der lange Sandstrand ist gut erreichbar und ermöglicht eine flexible Platzwahl. Wer nicht direkt an einer bekannten Seebrücke stehen möchte, kann sich die Bereiche bei Kreptitz oder Nonnevitz ansehen.
Diese Strandabschnitte gelten als praktischer Geheimtipp für Angler, die ruhigere Stellen suchen. Dort kann der Angelplatz an Wind, Wellen und die Zahl anderer Strandbesucher angepasst werden. Ein Geheimtipp ist jedoch keine Fanggarantie. Außerdem ist nicht jeder Abschnitt automatisch zugänglich oder ganzjährig für das Angeln freigegeben.
Der Kreptitzer Strand bei Dranske eignet sich als Alternative zu den stärker besuchten Bereichen. Auch Nonnevitz und Bakenberg bieten mehrere Strandzugänge nordwestlich von Juliusruh. Wer eine weitere Möglichkeit sucht, kann den Küstenbereich bei Nardevitz nördlich von Glowe prüfen. Vor dem Aufbau sollten die Zugänge, örtlichen Beschilderungen und Grenzen von Schutzbereichen kontrolliert werden.
Für Boddenraubfisch lässt sich dagegen keine Uferstelle pauschal als Geheimtipp empfehlen. Schon zwischen benachbarten Abschnitten können sich die Angelberechtigung und die Zugänglichkeit unterscheiden. In Schutzzone 2 ist das Angeln beispielsweise nicht zulässig.
An der Seebrücke Binz gelten besondere Zeiten. Nach den vorliegenden Angaben ist das Angeln vom 1. Mai bis zum 31. Oktober nur zwischen 22:00 Uhr und 9:00 Uhr möglich. Die Seebrücke Göhren sollte nicht einfach als Angelplatz eingeplant werden. Sie wird von ortskundigen Angelquellen als ganzjährig gesperrt bezeichnet. Für jede Seebrücke gelten eigene Nutzungsregeln.
Das sollte vor dem Angeln geprüft werden
Für einen entspannten und regelkonformen Angeltag auf Rügen sollten einige Punkte vorab geklärt werden:
- Ein gültiger Fischereischein oder ein Touristenfischereischein liegt vor.
- Die passende Angelerlaubnis für die Ostsee, den Bodden oder den jeweiligen Abschnitt wurde besorgt.
- Der Nachweis über die Fischereiabgabe für Mecklenburg Vorpommern ist vorhanden.
- Der konkrete Angelplatz ist zugänglich und nicht durch eine Sperrung geschlossen.
- Badebereiche, Schilfzonen und private Uferbereiche werden nicht betreten.
- Die Regeln für das jeweilige Schutzgebiet sind bekannt.
- Die aktuellen Schonzeiten und Fangbestimmungen für die gewünschte Fischart wurden geprüft.
- Die örtlichen Hinweise an Stränden, Schleusen, Fähren und Seebrücken werden beachtet.
- Angelruten und Köder werden so eingesetzt, dass andere Strandbesucher nicht gefährdet oder behindert werden.
- Schnüre, Haken, Verpackungen und sonstige Abfälle werden nach dem Angeln wieder mitgenommen.
Schonzeiten und wichtige Regeln für 2026
Wer auf Rügen angelt, sollte die aktuellen Bestimmungen besonders sorgfältig prüfen. Für die Küstengewässer gelten im Jahr 2026 wichtige Einschränkungen.
Dorsch darf nicht behalten werden. Zufällig gefangene Dorsche müssen unverzüglich und möglichst schonend zurückgesetzt werden. Auch das Angeln auf Aal ist in den Küstengewässern im Jahr 2026 verboten.
Für Hecht gilt in den Küstengewässern eine Schonzeit vom 1. März bis zum 30. April. Meerforellen dürfen vom 15. September bis zum 14. Dezember nicht entnommen werden. Gerade Ende September ist die Meerforelle deshalb kein Fisch zum Mitnehmen.
Ältere Angeltexte im Internet nennen teilweise noch Dorsch oder Aal als mögliche Zielfische rund um Rügen. Diese Angaben können überholt sein. Für die aktuelle Rechtslage sind die Vorgaben des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg Vorpommern maßgeblich.
Auch bei erlaubten Fischarten ist die Entnahme nicht immer automatisch möglich. Maßgeblich sind unter anderem Fischart, Schonzeit, Mindestmaß, Angelplatz und geltende Schutzbestimmungen. Im Zweifel sollte vor dem Angeln bei der zuständigen Stelle oder beim Aussteller der Angelerlaubnis nachgefragt werden.
Ein Angelrevier mit vielen Gesichtern
Die offene Ostseeküste und die Boddengewässer bieten auf Rügen zwei sehr unterschiedliche Angelerlebnisse. An der Schaabe, bei Kreptitz oder Nonnevitz beginnt der Tag mit langen Sandstränden und der Aussicht auf Plattfisch. Die Bereiche zwischen Dranske und Kap Arkona können außerdem für Meerforelle und Hornhecht interessant sein.
Lietzow und die Wittower Fähre führen dagegen in die ruhigere Welt der Bodden. Fahrrinnen, Schilfkanten und unterschiedliche Wassertiefen machen diese Reviere für Hecht, Barsch und Zander interessant. Wer vom Ufer angeln möchte, muss dort allerdings genauer nach zugänglichen und erlaubten Stellen suchen.
Ein guter Angeltag beginnt deshalb nicht erst am Wasser. Die Auswahl des Reviers, die Prüfung der Erlaubnisse und der Blick auf die aktuellen Bestimmungen gehören ebenso dazu wie die passende Ausrüstung. Wer diese Vorbereitung einplant, kann die unterschiedlichen Angelreviere Rügens mit Ruhe und Rücksicht entdecken.
Angeln auf Rügen
Am frühen Morgen liegt die Ostsee ruhig vor dem Strand. In der Ferne zieht ein Kutter vorbei, während die ersten Angler ihre Ruten auswerfen. Auf Rügen beginnt ein Angeltag oft mit der Frage, welches Revier heute das richtige ist. Soll es an den langen Sandstrand gehen oder an einen der Bodden, in denen Hechte und Barsche auf Beute warten?
Die Insel bietet zwei sehr unterschiedliche Angelgebiete. An der offenen Ostseeküste stehen vor allem Plattfische und Meerforellen im Mittelpunkt. In den Boddengewässern und im Strelasund sind dagegen Hecht, Barsch und Zander typische Zielfische. Auch Hering und Hornhecht gehören je nach Jahreszeit zu den Fischen, die rund um Rügen gefangen werden können.
Wer vom Ufer aus angeln möchte, findet an der Schaabe und auf der Halbinsel Wittow besonders gute Ausgangspunkte für einen ersten Versuch. Für Raubfische sind die Bodden interessanter. Dort sind geeignete Uferstellen allerdings seltener und die Regeln für Schutzgebiete müssen besonders genau beachtet werden.
|
Revier
|
Mögliche Zielfische
|
Geeignete Angelart
|
|
Ostseestrände und Seebrücken
|
Flunder, Scholle und andere Plattfische
|
Brandungsangeln vom Strand oder Angeln von einem zugelassenen Steg
|
|
Offene Küste
|
Meerforelle und Hornhecht
|
Watangeln und Spinnangeln an geeigneten Küstenabschnitten
|
|
Bodden und Strelasund
|
Hecht, Barsch und Zander
|
Spinnangeln vom Ufer oder Angeln vom Boot
|
|
Küstengewässer zur passenden Saison
|
Hering
|
Angeln an Molen, Fahrrinnen und anderen zugelassenen Plätzen
|
Zwischen Sandstrand und Bodden
Die Ostseestrände auf Rügen eignen sich besonders für das Angeln auf Plattfisch. Flundern und Schollen halten sich häufig in Küstennähe auf. Je nach Wetter, Wellengang und Wassertiefe können die Fische direkt vor dem Strand oder in etwas größerer Entfernung stehen.
Die Schaabe zwischen Glowe und Juliusruh gehört zu den bekanntesten Bereichen für das Brandungsangeln. Der lange Sandstrand bietet mehrere Zugänge und lässt genügend Raum, um einen passenden Platz zu wählen. Ein weiterer Vorteil ist die abwechslungsreiche Küstenlinie. Je nach Windrichtung und Wellengang kann ein anderer Strandabschnitt bessere Bedingungen bieten.
Auch die Nordwestküste Wittows ist für Plattfisch interessant. Zwischen Dranske und Kap Arkona liegen mehrere Strandbereiche, die sich für einen Angelausflug eignen. Dazu gehören die Abschnitte bei Kreptitz, Bakenberg und Nonnevitz. Wer nicht direkt an einer bekannten Seebrücke angeln möchte, findet dort oft ruhigere Stellen.
An der offenen Küste kommen außerdem Meerforellen und Hornhechte vor. Meerforellen werden häufig beim Spinnangeln oder Watangeln gefangen. Hornhechte lassen sich vor allem während ihrer saisonalen Wanderung beobachten und gezielt beangeln. Die Bedingungen können sich an der Ostsee jedoch schnell verändern. Wind, Strömung und Wellengang beeinflussen, welcher Platz an einem bestimmten Tag geeignet ist.
Die Bodden bieten ein anderes Angelerlebnis. Das Wasser ist vielerorts ruhiger als an der offenen Ostsee. Schilfkanten, Rinnen und Übergänge zwischen flachen und tieferen Bereichen machen die Bodden zu interessanten Revieren für Raubfischangler.
Im Breeger und im Großen Jasmunder Bodden werden vor allem Hecht, Barsch und Zander als mögliche Zielfische genannt. Geeignete Stellen liegen häufig an Fahrrinnen, Schleusen oder Kanten. Vom Ufer aus ist die Auswahl jedoch begrenzter als an den langen Ostseestränden. Ein Boot kann den Zugang zu unterschiedlichen Tiefen und Strukturen erleichtern.
Bei Lietzow befindet sich ein interessanter Uferbereich am Großen Jasmunder Bodden. In der Nähe der Fahrrinne und der Schleuse können Barsch, Hecht und Zander im Revier vorkommen. Der konkrete Zugang sollte vor dem Angeln geprüft werden. Nicht jeder Abschnitt ist frei zugänglich oder für das Angeln freigegeben.
Auch die Wittower Fähre ist als Boddenrevier bekannt. Bei Vaschvitz und an der Wittower Fähre befindet sich eine tiefere Rinne. Solche Bereiche können für Raubfische interessant sein, weil sich dort Strömung und unterschiedliche Wassertiefen treffen. Vor dem Auswerfen sollten die örtlichen Schilder und Grenzen beachtet werden.
Bekannte Angelstellen und ruhige Alternativen
Rügen bietet verschiedene Uferstellen für unterschiedliche Angelarten. Die folgende Übersicht hilft bei der ersten Orientierung. Sie ersetzt jedoch nicht die Prüfung der aktuellen Regeln vor Ort.
|
Angelstelle
|
Lage
|
Wofür interessant
|
|
Schaabe
|
Sandstrand zwischen Glowe und Juliusruh, mit Zugängen von den Parkplätzen an der L30
|
Brandungsangeln auf Flunder, Scholle und weitere Plattfische
|
|
Nonnevitz und Bakenberg
|
Strandabschnitte nordwestlich von Juliusruh auf Wittow
|
Ruhigeres Brandungsangeln auf Plattfisch
|
|
Kreptitzer Strand
|
Küstenabschnitt bei Dranske an der Westküste Wittows
|
Plattfischangeln abseits stärker besuchter Seebrücken
|
|
Nardevitz
|
Küstenbereich nördlich von Glowe
|
Alternative zur Schaabe mit möglichem Plattfischfang vom Ufer
|
|
Strand zwischen Mukran und Binz
|
Ostseeküste im Bereich der Prorer Wiek
|
Weitere Möglichkeit für das Angeln auf Plattfisch
|
|
Seebrücke Binz
|
Direkt an der Binzer Seebrücke
|
Angeln vom festen Steg mit zeitlichen Einschränkungen
|
|
Lietzow
|
Ufer am Großen Jasmunder Bodden
|
Barsch sowie Hecht und Zander im Revier
|
|
Wittower Fähre
|
Boddenufer bei Vaschvitz und an der Fährstelle
|
Raubfischangeln an einer tieferen Rinne
|
Für einen ersten Versuch auf Plattfisch bietet sich die Schaabe an. Der lange Sandstrand ist gut erreichbar und erlaubt eine flexible Platzwahl. Wer einen weniger offensichtlichen Abschnitt bevorzugt, kann sich die Bereiche bei Kreptitz oder Nonnevitz ansehen.
Diese beiden Küstenabschnitte sind ein praktischer Geheimtipp für Angler, die nicht unbedingt an einer bekannten Seebrücke stehen möchten. Der Strand lässt sich dort passend zu Wind, Wellen und der Zahl anderer Besucher auswählen. Trotzdem bedeutet Geheimtipp nicht, dass jeder Abschnitt jederzeit freigegeben ist oder einen Fang garantiert. Vor dem Aufbau sollte geprüft werden, ob der gewählte Bereich zugänglich ist und ob Badezonen oder örtliche Sperrungen zu beachten sind.
Nördlich von Glowe kann Nardevitz eine weitere Alternative zur langen Schaabe sein. Auch dort gilt, dass die genaue Zugänglichkeit und die Grenzen von Schutzbereichen vorher kontrolliert werden müssen. Für Boddenraubfisch lässt sich dagegen keine Uferstelle pauschal als Geheimtipp empfehlen. Schon zwischen benachbarten Abschnitten können sich die Bedingungen und die Angelberechtigungen unterscheiden.
An der Seebrücke Binz gelten besondere Zeiten. Nach Angaben der Binzer Tourismusinformation ist das Angeln vom 1. Mai bis zum 31. Oktober dort nur zwischen 22:00 Uhr und 9:00 Uhr möglich. Die Seebrücke Göhren sollte nicht einfach als Angelplatz eingeplant werden. Sie wird von ortskundigen Angelquellen als ganzjährig gesperrt bezeichnet. Für Seebrücken gelten jeweils eigene Nutzungsregeln.
Regeln, Schonzeiten und verantwortungsvolles Angeln
Für das Angeln auf Rügen sind mehrere Nachweise erforderlich. Benötigt werden ein Fischereischein oder ein Touristenfischereischein, die passende Angelerlaubnis und der Nachweis über die Fischereiabgabe für Mecklenburg Vorpommern.
Zusätzlich müssen die Bestimmungen für das konkrete Revier geprüft werden. In den Bodden gibt es Schongebiete und Schutzbereiche. In bestimmten Bereichen, darunter Schutzzone 2, ist das Angeln nicht zulässig. Auch Badebereiche, gesperrte Uferabschnitte und saisonale Einschränkungen müssen beachtet werden.
Für 2026 ist besonders das Dorschfangverbot wichtig. Dorsch darf nicht behalten werden. Zufällig gefangene Dorsche müssen unverzüglich und möglichst schonend zurückgesetzt werden. Auch das Angeln auf Aal ist in den Küstengewässern im Jahr 2026 verboten.
Für Hecht gilt in den Küstengewässern eine Schonzeit vom 1. März bis zum 30. April. Meerforellen dürfen vom 15. September bis zum 14. Dezember nicht entnommen werden. Ende September ist Meerforelle daher kein Fisch zum Mitnehmen. Die jeweiligen Vorgaben sollten vor dem Angeltag noch einmal bei der zuständigen Behörde oder beim Aussteller der Angelerlaubnis geprüft werden.
Bei älteren Rügen Seiten im Internet finden sich teilweise noch Hinweise auf Dorsch und Aal als Zielfische. Solche Angaben können veraltet sein. Für die aktuelle Rechtslage ist das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg Vorpommern maßgeblich.
Ein Angeltag auf Rügen lebt nicht allein von der Aussicht auf einen Fang. Ebenso wichtig sind ein geeigneter Platz, Rücksicht auf andere Strandbesucher und ein sorgfältiger Umgang mit der Natur. Angelgerät sollte nicht in Schutzbereiche hineinragen. Zurückgelassene Schnüre, Haken und Verpackungen gehören nicht an den Strand.
Die offene Ostseeküste und die Boddengewässer bieten unterschiedliche Möglichkeiten. An der Schaabe, bei Kreptitz oder Nonnevitz beginnt der Angelausflug mit langen Sandstränden und der Aussicht auf Plattfisch. Lietzow und die Wittower Fähre führen dagegen in die ruhigere Welt der Bodden mit ihren Rinnen und Schilfkanten.
Wer die Regeln kennt und den Angelplatz sorgfältig auswählt, findet auf Rügen ein vielseitiges Revier. Ein genauer Blick auf die aktuellen Bestimmungen gehört dabei genauso zur Vorbereitung wie die Auswahl von Köder, Rute und passender Kleidung.



